Seminar-ID: 010-2027/3

Die Hüterinnen der Ordnung: Schuld und Scham aus Sicht der Gewaltfreien Kommunikation

an Werktagen

Als Bildungsurlaub
buchbar

Bildungscheck
möglich

Termin

11.05. - 13.05.2027

Kurszeiten

10:00 - 16:00 Uhr

Veranstaltungsort

Forum Demokratie Düsseldorf
Himmelgeister Str. 107
40225 Düsseldorf

Teilnahmebeitrag

260 Euro
inkl. Snacks und Heißgetränken

230 Euro
Frühbucherrabatt bei Anmeldung bis zum 11.02.2027

Seminarbeschreibung

Schuld und Scham gehören zu den Gefühlen, die tief sitzen und wenig hinterfragt werden. Wir lernen früh, sie zu vermeiden, zu verstecken oder mit ihnen zu funktionieren, aber selten, sie zu verstehen. In diesem dreitägigen Seminar untersuchen wir beide Gefühle aus Sicht der Gewaltfreien Kommunikation.

Du lernst, bedürfnisbezogene Gefühle von moralischer Selbstverurteilung zu unterscheiden und die gesellschaftliche Funktion von Schuld und Scham als Mittel zur Stabilisierung von Hierarchien zu erkennen, um zukünftig Schuld und Scham persönlich wie politisch bewusster zu begegnen.

Was dich erwartet:

Auf persönlicher Ebene beginnen wir bei der Selbstklärung: Wo sind Schuld und Scham in meinem Leben tatsächlich dienlich, weil sie mich auf verletzte Werte oder unerfüllte Bedürfnisse aufmerksam machen? Und wo sind sie moralische Urteile über mich selbst, die von meinen Bedürfnissen abgetrennt sind? Marshall Rosenberg hat diese Unterscheidung immer wieder betont: Gefühle, die aus Bedürfnissen entstehen, unterscheiden sich fundamental von der selbstverurteilenden Schuld, die er der lebensentfremdenden Sprache zuordnete. Diese Unterscheidung zu treffen, ist die Grundlage dafür, mich selbst und meine Bedürfnisse würdigen zu können, statt mich fortlaufend zu verurteilen.

Auf politischer Ebene schauen wir uns an, wofür Schuld und Scham in gesellschaftlichen Strukturen gebraucht werden. Rosenberg beschrieb, aufbauend auf Riane Eislers Unterscheidung von Herrschafts- und Partnerschaftsstrukturen, wie Schuld, Scham und Pflichtgefühl gezielt eingesetzt werden, um Gehorsam zu erzeugen und Hierarchien zu stabilisieren. Wer sich schuldig fühlt oder sich schämt, ordnet sich unter. Dieser Mechanismus greift nicht nur in offensichtlichen Machtverhältnissen, sondern auch in Familien, Teams und Institutionen.

Beide Ebenen zusammen zu betrachten, verändert den Blick auf das eigene Erleben. Was sich zunächst wie ein rein individuelles Gefühl anfühlt, trägt oft die Handschrift einer (gesellschaftlichen) Struktur, die Schuld und Scham zu ihrem Fortbestehen braucht.

Wie wir arbeiten werden:

Das Seminar bietet drei Tage Zeit für eigenes Erleben und für alle eure Fragen, die sich im Verlauf zeigen. Wir arbeiten mit kurzen Theorieinputs, GFK-Übungen und Austausch zu zweit, in Kleingruppen und im Plenum.

Das Seminar richtet sich an Menschen mit Vorerfahrung in Gewaltfreier Kommunikation, insbesondere im liebevollen Umgang mit starken Gefühlen.

Wer sich auf dich freut

Zur Beantragung bitte selbstständig ausdrucken

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